Welche Arten von Strandkörben gibt es?
Seit ihrer Erfindung 1882 in Rostock sind Strandkörbe aus der deutschen Küstenkultur nicht wegzudenken. Ursprünglich als windgeschützte Sitzgelegenheit für Badegäste konzipiert, sind sie heute ein Symbol für Küstenatmosphäre an Nord- und Ostsee. Doch nicht nur am Meer erfreuen sie sich großer Beliebtheit — immer mehr Menschen holen sich diesen Charme auch in den eigenen Garten oder auf den Balkon.
Moderne Strandkörbe gibt es in unzähligen Varianten: vom klassischen Zweisitzer bis zum familienfreundlichen Großmodell, von handgewebtem Weidenstrandkorb bis zum pflegeleichten Polyrattan-Modell. Wer die Unterschiede kennt, findet leichter das passende Stück für seinen Verwendungszweck.

Strandkörbe
Geschichte: wie der Strandkorb entstand
1882 fertigte Wilhelm Bartelmann, ein Rostocker Korbmacher, den ersten Strandkorb — auf Wunsch einer Kundin, die am Strand windgeschützt sitzen wollte. Statt massiver Holzverschalung setzte er auf geflochtene Weidenruten: leicht genug für den Transport, aber stabil gegen Küstenwinde. Der Entwurf traf einen Nerv. Schon in den ersten Jahren entstand die klassische Zweisitzer-Variante, Hoteliers erkannten das Potenzial und die Nachfrage wuchs so stark, dass Bartelmann eine eigene Werkstatt gründete.
Frühe Modelle schützten vor allem vor Sonne und salzhaltiger Luft. Mit der Zeit kamen verstellbare Lehnen und wasserfeste Bezüge hinzu. Ab den 1920er Jahren ersetzte haltbareres Rattan die ursprünglichen Weidenzweige. Heute verbindet der Strandkorb über 140 Jahre deutsche Bäderkultur mit modernem Komfort — vom Therapiemöbel zum Designklassiker.
Welche Arten von Strandkörben gibt es?
Die Unterschiede zwischen den Typen liegen in Größe, Liegewinkel, Material und Ausstattung. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:
| Typ | Beschreibung | Material | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Nordischer Strandkorb | Klassischer Zweisitzer mit Verdeck, eckige Form | Holzgestell, Polyrattan-Bespannung | Strand, Garten, Terrasse |
| Ostsee-Strandkorb | Geschwungene Konturen, abgerundete Armlehnen | Holz, wetterfeste Bespannung | Strand, Garten |
| Balkon-Strandkorb | Kompaktere Variante, leichter zu transportieren | Leichter Holzrahmen, wetterfeste Stoffe | Balkon, Terrasse |
| XXL-Strandkorb | Mehr Sitzplätze oder Liegefunktion, breiter | Holz, wetterfeste Materialien | Garten, Terrasse, große Balkone |
| Halblieger | Rückenlehne bis ca. 45 Grad neigbar | Je nach Modell variabel | Strand, Garten |
| Volllieger | Rückenlehne bis ca. 90 Grad, fast waagerecht | Je nach Modell variabel | Strand, Garten |
| Polyrattan-Modell | Moderne Variante, pflegeleichtes Kunstgeflecht | Polyrattan, UV-beständig | Garten, Terrasse |
| Kinder-Strandkorb | Kleinere Modelle, oft bunt gestaltet | Holz oder Kunststoff | Garten, Spielbereich |
Ostsee- und Nordseestrandkorb: die regionalen Unterschiede
Wer genauer hinschaut, erkennt an der Form sofort, woher ein Strandkorb stammt. Ostsee-Modelle zeigen geschwungene Konturen mit abgerundeten Armlehnen und weichen Übergängen. Nordseestrandkörbe setzen dagegen auf klare Geometrie mit eckigen Formen, die Böen effizienter ablenken.

Ostseestrandkorb
Auch die Farben verraten die Herkunft. Typisch für die Ostsee sind marine Blau-Weiß-Kombinationen. Nordsee-Modelle bevorzugen Grün- und Sandtöne, angepasst an die Dünenlandschaft. Beide Typen eignen sich gleichermaßen für Terrasse und Balkon im Binnenland — die Wahl ist letztlich eine Frage des persönlichen Stils.

Nordseestrandkörbe
Halblieger und Volllieger: der Liegewinkel macht den Unterschied
Wo früher starre Sitzschalen dominierten, ermöglichen moderne Mechanismen individuelle Positionen. Der Halblieger lässt die Rückenlehne auf etwa 45 Grad neigen, der Volllieger erreicht durch eine Neigung von bis zu 90 Grad eine nahezu waagerechte Liegefläche.
Gasdruckfedern haben klobige Schraubmechaniken ersetzt. Ein leichter Druck genügt, um die Rückenlehne stufenlos zu verstellen. Integrierte Rollen und Tragegriffe erleichtern den Transport zwischen Strandabschnitten oder von der Terrasse in den Schuppen.

Strandkorb Halblieger
Materialien: Naturgeflecht, Holz und Polyrattan
Das Material bestimmt Optik, Pflegeaufwand und Lebensdauer. Jede Variante hat ihre Berechtigung, je nach Einsatzort und persönlichen Vorlieben.
Teakholz und Rattan-Geflecht bieten klassische Optik. Teakholz vergraut ohne Behandlung, lässt sich aber mit jährlicher Ölung in ursprünglichem Ton erhalten. Rattan-Geflecht erfordert Bürstenreinigung, um Sand aus den Zwischenräumen zu entfernen. Bei Dauerwitterung ohne Überdachung sind Naturmaterialien anspruchsvoller.
Polyrattan aus Polyethylen ist die pflegeleichteste Alternative. Es widersteht UV-Strahlen und Frost ohne Farbverlust und lässt sich mit einem feuchten Tuch oder dem Gartenschlauch reinigen. Optisch imitiert es Naturgeflecht täuschend ähnlich, wirkt aber bei näherer Betrachtung glatter.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Beschläge aus Edelstahl rosten nicht und halten jahrzehntelang. Aluminiumbeschläge sind leichter und günstiger, aber weniger korrosionsbeständig. Für Strandnähe oder feuchte Gärten ist Edelstahl die bessere Wahl.
Die Rückenlehnen-Mechanik sollte sich sanft und geräuschlos verstellen lassen. Gasdruckfedern sind langlebiger als einfache Schraubmechaniken. Für Transport und Lagerung sind Modelle mit Rollen oder Klappmechanismus praktisch. Polster mit abnehmbaren, waschbaren Bezügen erleichtern die Reinigung erheblich.
- Regelmäßig absaugen oder abbürstenBesonders bei Rattan-Geflecht Sand und Staub aus den Zwischenräumen entfernen, bevor sie ins Material einziehen.
- Holz jährlich ölenTeakholz und andere Harthölzer mit geeignetem Holzöl behandeln, um Vergrauung zu verlangsamen und das Material zu schützen.
- Polyrattan abspülenPolyrattan-Modelle mit klarem Wasser und bei Bedarf mildem Reiniger abspülen. Keine aggressiven Mittel verwenden.
- Im Winter schützenStrandkorb mit einer atmungsaktiven Schutzhülle abdecken oder in trockenen Räumen einlagern. Nass einlagern begünstigt Schimmel.
Strandkorb im Garten und auf dem Balkon
Der maritime Charme des Originals lässt sich problemlos ins Zuhause holen. Auf dem Balkon empfehlen sich kompakte Modelle oder Klappversionen, die bis zu 40 Prozent weniger Grundfläche benötigen als Standardmodelle. Im Garten haben XXL-Varianten mit breiterer Sitzfläche und Liegefunktion mehr Platz zum Entfalten.
Klassische Teakholz-Modelle passen zu natürlichen Gartendesigns. Moderne Polyrattan-Varianten in Farben wie Aquamarin oder Sandbeige ergänzen zeitgemäße Architektur. Zusatzfeatures wie ausziehbare Tischchen oder integrierter Stauraum machen den Strandkorb zum vielseitigen Gartenmöbel.
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